• Ihr Partner für deutsch-brasilianische Beziehungen

    Wirtschafts- und WissenschaftsZentrum Brasilien-Deutschland e. V. / Centro Empresarial e Centífico Brasil-Alemanha
    Berlin – Santa Catarina – São Paulo

Das Wirtschafts- und WissenschaftsZentrum Brasilien – Deutschland e.V. (WWZ – BD) engagiert sich seit 20 Jahren für die Förderung der bilateralen Beziehungen zwischen beiden Ländern - insbesondere in Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung, in der Berufsausbildung sowie im Umweltschutz mit einem nachhaltigen Beitrag zur Verbesserung der Markeintritts-Chancen für den deutschen Mittelstand.

Wir unterstützen
und beraten

in allen wichtigen Fragen der bilateralen Beziehungen, beim Eintritt in den deutschen/brasilianischen Markt und bei der Repräsentanz von Firmen in Brasilien bzw. Deutschland.

Wir stellen
Kontakte her

zu Wirtschaft und Politik, potenziellen Kunden, Industrieverbänden, Regulierungsbehörden sowie Universitäten.

Wir entwickeln
bilaterale Projekte

im Bereich erneuerbare Energien, Wissenschaft und Kultur sowie Sport.

Wir organisieren

Workshops und Delegationsreisen.

Wir vermitteln

Rechtsberatung und Finanzierungen.

Ihre Vorteile als Mitglied

Wir helfen und unterstützen Sie beim Markteintritt

Welche Vorteile Sie als Mitglied des WWZ - BD erwarten können ...


"Sprechen Sie mit uns über Ihre Ziele, Chancen und Wünsche! Unverbindliches Kennenlernen - Gespräch vereinbaren, gern auch telefonisch oder per Videokonferenz!"

Aktuelles


Deutsch-Brasilianische Wirtschaftstage 2022
in Belo Horizonte

Die 39. Deutsch-Brasilianischen Wirtschaftstage werden vom 20. bis 22. November kommenden Jahres in Belo Horizonte, der Hauptstadt des brasilianischen Bundesstaates Minas Gerais, stattfinden. Das gaben die Veranstalter dieses bedeutenden bilateralen Treffens – der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und sein brasilianischer Partnerverband CNI – während der 38. Wirtschaftstage am 18. Oktober 2021 bekannt. Sowohl die 37. Wirtschaftstage im vergangenen Jahr als auch das Meeting in diesem Jahr waren wegen der Corona-Pandemie digital durchgeführt worden.

Das Wirtschafts- und WissenschaftsZentrum Brasilien – Deutschland (WWZ-BD) gehörte auch während der Pandemie zu den Teilnehmern der Deutsch-Brasilianischen Wirtschaftstage und der im Rahmen dieses Treffens stattfindenden Tagung der Gemischten Wirtschaftskommission beider Länder. So konnte der Geschäftsführende Vizepräsident des WWZ-BD, RA Hans-Dieter Beuthan, vor einigen Tagen über eine neue Ausbauphase der ersten Pilotanlage für Biogasgewinnung auf Basis deutscher Umwelttechnologie in Pomerode (Santa Catarina) berichten. An diesem Standort entsteht derzeit ein Biomasse-Forschungszentrum. Dazu wird eine aus Deutschland gelieferte mobile 10 kW Container-Biogasanlage mit Laboreinrichtung aufgebaut und in die bestehende Anlage integriert. Hier sollen bisher in Brasilien noch nicht erschlossene Potentiale der Biogastechnologie erforscht werden. Das Forschungszentrum wird größten Wert auf die Verbindung von Forschung, Aus- und Weiterbildung und Praxis legen. Daraus ergeben sich erweiterte Möglichkeiten für den Technologietransfer sowie für die deutsch-brasilianische Zusammenarbeit. Davon würden auch deutsche Mittelständler profitieren, betonte Hans-Dieter Beuthan.

Der Geschäftsführende Vizepräsident des WWZ-BD kündigte an, dass sich das Wirtschafts- und WissenschaftsZentrum Brasilien-Deutschland auch an den kommenden Wirtschaftstagen beteiligen und mit einer Delegation in Belo Horizonte dabei sein wird.

 

Mário Hildebrandt: Fritz Müller war im 19. Jahrhundert Brasiliens bedeutendster Wissenschaftler

Interview mit dem Oberbürgermeister der brasilianischen Großstadt Blumenau zum 200. Geburtstag des deutsch-brasilianischen Naturforschers und Darwinisten

Mário Hildebrandt: Fritz Müller - o cientista mais importante do Brasil do século XIX
Entrevista com Mário Hildebrandt (PDF)

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, zunächst herzlichen Glückwunsch zu Ihrer Wiederwahl als Stadtoberhaupt von Blumenau. Viel Glück und viel Erfolg für die nächsten Jahre im Amt!

Mário Hildebrandt Mário Hildebrandt, Oberbürgermeister von Blumenau. Foto: Marcelo Martins

Im März 2022 jährt sich der Todestag des deutsch-brasilianischen Naturforschers Johann Friedrich Theodor Müller – auch Fritz Müller genannt - zum 200. Mal. Was bedeutet Fritz Müller für Blumenau?

Fritz Müller war ein Einwanderer, der eine wichtige Rolle bei der Konsolidierung der Kolonie Blumenau in Santa Catarina spielte und den Grundstein für eine der vielversprechendsten brasilianischen Gemeinden legte. Er kam zwei Jahre nach der ersten Einwanderungswelle nach Blumenau und war eine ermutigende und dynamische Figur in verschiedenen kulturellen und wirtschaftlichen Einrichtungen, als Mitglied von Theater- und Gesangsvereinen, in Zeitungen und im Kulturverein als Referent und Forscher bei der Einführung von Pflanzenarten für die Futtermittelproduktion und den menschlichen Verzehr.
Der Deutsch-Brasilianer Fritz Müller kann als der bedeutendste Wissenschaftler Brasiliens im 19. Jahrhundert und als einer der größten Vertreter der Konsolidierung von Darwins Evolutionstheorie angesehen werden, so dass wir das Jubiläum als eine außergewöhnliche Gelegenheit für die Stadt Blumenau betrachten. Gerade in der heutigen Zeit, das heißt in der Zeit der Pandemie, der Bedeutung der Wissenschaft und des Klimawandels, der Fragen im Zusammenhang mit wissenschaftlicher Forschung, Innovation und Netzwerken. Diese Aspekte, die in der Biografie von Dr. Müller so präsent sind, sind erneut aktuelle und entscheidende Themen für die Menschheit.
Ich möchte hervorheben, dass sein Beitrag in der ganzen Welt anerkannt wurde, so dass die Überlegungen zu den Feierlichkeiten Blumenau in mehreren Ländern ins Rampenlicht rücken werden. Wir, die Einwohner von Blumenau, sind stolz auf die Großartigkeit des Werks von Fritz Müller, erkennen sie an und feiern diesen außergewöhnlichen Moment!

Gebäude der Stadtverwaltung Stadtverwaltung von Blumenau. Foto: Präfektur Blumenau

In Blumenau sind die ersten Aktivitäten zu Ehren von Fritz Müller bereits angelaufen, darunter eine Open-Air-Ausstellung historischer Fotografien im Stadtzentrum. Was ist in der Zeit bis zum Jahrestag im März nächsten Jahres noch geplant?

Die Stadtverwaltung hat über ihre Abteilungen und gemeinsam mit dem Stadtrat verschiedene Aktivitäten, Veranstaltungen, Ausstellungen und Bücher entwickelt, die den fabelhaften Werdegang von Dr. Müller aufzeigen. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Wettbewerb für den Druck des Umschlags der Schülerkalender für das Jahr 2021 (Bildungssekretariat)
  • Schreibwettbewerb mit den Schülern des städtischen Bildungssystems (Bildungssekretariat)
  • Erneuerung des Fritz-Müller-Museums (Umweltsekretariat und Soto-Institut)
  • Einsetzung einer Arbeitsgruppe im Stadtrat
  • Bildung einer Arbeitsgruppe mit Einrichtungen und Vereinen aus der Gemeinde Blumenau zur Unterstützung der von ihnen geplanten Aktivitäten (Kultursekretariat)
  • Übersetzungen und Veröffentlichungen über das Leben und Werk von Fritz Müller
  • Vorschlag an die Post, eine Gedenkmarke herauszugeben
  • Sonderausgabe der Zeitschrift „Blumenau em Cadernos“, anlässlich des Jubiläums (Kultursekretariat)

Wir haben versucht, die Feierlichkeiten zum 200. Jahrestag zu nutzen, um unsere Kommunikationskanäle mit der wissenschaftlichen Welt zu erweitern und brasilianische, deutsche und englische Universitäten einzubeziehen, um den wissenschaftlichen und kulturellen Austausch zwischen unseren Völkern zu fördern. Wir ermutigen auch diplomatische Einrichtungen und Honorarkonsulate zur Teilnahme und stärken so unser Netz internationaler Beziehungen.
Wir haben eine Reihe weiterer Aktivitäten geplant, die in den nächsten Monaten realisiert werden sollen. Auf diese Weise wollen wir dem 200-jährigen Jubiläum von Dr. Fritz Müller größtmögliche Aufmerksamkeit und Publizität verschaffen.

Ausstellung an der Präfektur Ausstellung zu Fritz Müller an der Präfektur. Foto: Präfektur Blumenau

Fritz Müller ist international bekannt, insbesondere durch seinen umfangreichen Briefwechsel mit Charles Darwin. Er tauschte auch Briefe mit mehr als 100 Wissenschaftlern aus ganz Europa aus und empfing einige von ihnen sogar als Besucher in Blumenau. Spielt diese internationale Dimension bei den Jubiläumsaktivitäten eine Rolle?

Fritz Müller spielte eine sehr wichtige Rolle beim Nachweis der Evolutionstheorie von Charles Darwin. Er wies nach, was bis dahin eine Theorie war, und zwar durch die Untersuchung einer Krebstierart am Strand von Praia de Fora. Diese Arbeit wurde von Darwin anerkannt, der sich dafür einsetzte, Müllers Buch ins Englische zu übersetzen und dessen Übersetzung und Druck zu übernehmen. Die Anerkennung von Müllers Arbeit durch Darwin war eine große Bestätigung und stellte ihn sehr heraus. Im Rahmen der Gedenk- und Kulturveranstaltungen bereitet Blumenau für die Zweihundertjahrfeier eine Publikation vor, die die Übersetzung der Briefe enthält, die 17 Jahre lang zwischen den beiden Wissenschaftlern ausgetauscht wurden, und zwar die gesamte Sammlung mit vielen unveröffentlichten Briefen. Diese Arbeit ist das Ergebnis einer Partnerschaft mit der Universität Cambridge in England, dem Eigentümer der Sammlung. Zusätzlich zu den veröffentlichten Briefen werden die wissenschaftlichen Bezeichnungen der einheimischen Arten der Flora und Fauna Santa Catarinas, die von den beiden Wissenschaftlern erwähnt und untersucht wurden, vorgestellt und reich illustriert. Es ist ein Werk, das mit wissenschaftlicher und kultureller Akribie erstellt wurde.

Freiluftausstellung in der Stadt Freiluftausstellung zu Fritz Müller in Blumenau. Foto: Präfektur Blumenau

Sie haben in einem offiziellen Schreiben des Rathauses mitgeteilt, dass das WWZ-BD offizieller Partner des Projekts zum 200. Geburtstag von Fritz Müller in Deutschland ist. Wir sehen dies als Ermutigung für unsere Arbeit in den kommenden Monaten. Was erwarten Sie von der Zusammenarbeit mit dem WWZ-BD?

Wir Blumenauer sehen darin eine Chance, unsere Zusammenarbeit zu vertiefen. Fritz Müller ist eine Persönlichkeit, die internationale Anerkennung verdient, und wir hoffen, dass das WWZ-BD ein Partner bei der Artikulation und Verbreitung von Leben und Werk des Wissenschaftlers in Deutschland sein wird. Seit 2013 ist die Stadt Blumenau wieder mit der baden-württembergischen Stadt Weingarten verbunden, einer Stadt, deren Beziehungen bis in die 1950er Jahre zurückreichen. Und unsere Zusammenarbeit hat konkrete Ergebnisse, wie die Teilnahme der beiden Städte am Programm "50 Partner für das Klima", bei dem wir gemeinsame Aktionen zur Nachhaltigkeit fördern. Kürzlich haben wir mit unseren Partnern aus Weingarten eine Energieagentur nach deutschem Vorbild gegründet, um den Klimaschutz und die Anpassung an den Klimawandel zu fördern. Das Projekt "Kommunale Klimapartnerschaften" wurde 2011 ins Leben gerufen und wird von der Servicestelle für Kommunen von „Eine Welt“ in Kooperation mit der Landesarbeitsgemeinschaft Agenda 21 NRW durchgeführt.

Gemeinsam mit unseren Partnern in Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Berlin planen wir Veranstaltungen zu Ehren von Fritz Müller. Wie sind die aktuellen Beziehungen von Blumenau zu Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen, aus denen viele Zuwanderer nach Santa Catarina und Blumenau stammen?

Fritz Müller hat bekanntlich in Greifswald studiert und promoviert. Deshalb freuen wir uns auch, dass zwischen der Regionalen Universität Blumenau FURB und der Universität Greifswald ein Partnerschaftsvertrag existiert. In der Vergangenheit gab es eine Zusammenarbeit im Rahmen einer Langzeit-Gesundheitsstudie unter Bewohnern von Vorpommern und Brasilianern, deren Vorfahren aus Pommern eingewandert sind. Diese Zusammenarbeit kann natürlich auf andere Bereiche ausgedehnt werden.
Darüber hinaus unterhält die Stadtverwaltung von Blumenau derzeit keine dauerhaften Beziehungen zu Partnern in Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen oder Berlin. Dies ist sicherlich ein Thema, das wir in naher Zukunft mit Unterstützung des WWZ-BD diskutieren können. Hier hoffen wir, durch die Zusammenarbeit mit dem WWZ-BD und seinem Netzwerk in diesen Regionen Fortschritte zu erzielen. Der 200. Geburtstag von Fritz Müller kann dafür ein wichtiger Anstoß sein. Es ist uns wichtig, eine nachhaltige Zusammenarbeit mit den deutschen Partnern zu erreichen, die weit über den März 2022 hinaus Früchte trägt.

Die Stadt Blumenau verfügt bereits über ein kleines Museum, das dem Werk von Fritz Müller gewidmet ist und 1936 gegründet wurde. Die lokalen Medien berichteten kürzlich über ein neues Konzept für das Museum. Wie soll das Museum in Zukunft aussehen?

Das Fritz Müller gewidmete Museum befindet sich in dem Haus, in dem er in Blumenau lebte. Neben dem Haus ist auch der Garten erhalten geblieben. Derzeit gibt es fortgeschrittene Gespräche mit einem Institut, um das Museum zu modernisieren. Ziel ist es, den Museumsbesuch interaktiver und attraktiver für das gesamte Publikum zu gestalten. Kürzlich bekamen wir Besuch vom deutschen Generalkonsul in Porto Alegre, der uns mitteilte, dass das deutsche Auswärtige Amt einen kleinen finanziellen Beitrag zum Museum leisten kann, wenn es ein Projekt einreicht. Wir arbeiten an dem Projekt, das bald über das deutsche Honorarkonsulat in Blumenau weitergeleitet wird.

Abschließende Frage: Vor zwei Jahren wurde der 200. Jahrestag des Stadtgründers Dr. Hermann Blumenau mit einem Festumzug und zahlreichen anderen Aktivitäten gefeiert. Im März nächsten Jahres wird Fritz Müller geehrt werden. Was ist über die Beziehung zwischen diesen beiden großen Persönlichkeiten deutscher Herkunft bekannt?

Fritz Müller stammt von bedeutenden Persönlichkeiten aus Politik und Wissenschaft ab, die bis ins 14. Jahrhundert zurückverfolgt werden können. Hermann Blumenau lernte er in der Apotheke seines Großvaters mütterlicherseits in Erfurt kennen, einem Treffpunkt der Forscher in Philosophie und Pharmazie. Alexander von Humboldt war eine dieser Persönlichkeiten. Unzufrieden mit dem politischen und sozialen Leben, nahm Fritz Müller die Einladung an, sich dem Kolonisierungsprojekt in Blumenau anzuschließen. Hier war er ein Siedler wie jeder andere, pflanzte, um seine Familie zu ernähren und trug zur Stärkung des Projekts bei. Einige Jahre später vermittelte Dr. Blumenau Fritz Müller an den Provinzpräsidenten, der neue Wege für den Unterricht und die Erziehung in Santa Catarina gehen wollte. Dort, in Desterro (Florianópolis), fand Fritz Müller die Bedingungen vor, um wichtige Forschungen zu entwickeln und Kontakte zu den größten Wissenschaftlern des 19. Jahrhunderts zu knüpfen sowie einen Beitrag bei der Heranbildung der Intellektuellen Santa Catarinas zu leisten. Herr Oberbürgermeister, vielen Dank für das Interview.

(Übersetzung und Hervorhebungen: WWZ-BD)

Lesen Sie den Beitrag auf portugiesisch - Entrevista com Mário Hildebrandt (PDF)

Weichenstellungen für 2021

Hybrides Strategiemeeting beim WWZ-BD

Ein „hybrides“ Strategiemeeting hat es in der mehr als 20-jährigen Geschichte des Wirtschafts- und WissenschaftsZentrums Brasilien-Deutschland (WWZ-BD) noch nicht gegeben. Doch Corona wirbelt so manches durcheinander – auch traditionelle Veranstaltungsformate. Deshalb waren am 10. September auch nur drei Vorstandsmitglieder in Berlin physisch präsent, während die anderen per Zoom oder Telefon zugeschaltet wurden. „Seit Anfang April arbeiten wir vorwiegend aus dem Home Office“, beschreibt RA Hans-Dieter Beuthan, Geschäftsführender Vizepräsident des WWZ-BD, die Lage. „Unsere Kontakte mit Brasilien haben wir im Wesentlichen durch Videokonferenzen über Zoom und Skype, Telefonate sowie E-Mails gepflegt und aufrechterhalten. Online-Meetings sind uns also bestens vertraut.“

In Berlin waren am 2. Oktober Hans-Dieter Beuthan, Wolfgang Wagner und Thomas Winter (v.l.n.r.) dabei ...

Am 2. September ist die Berliner Geschäftsstelle des Vereins wieder in die Präsenzphase gestartet. In den Beziehungen zu Partnern und Projekten in Deutschland und Brasilien kann so noch mehr „Gas“ gegeben werden. Im Mittelpunkt des Berliner Strategiemeetings stand dann auch, die Weichen für die nächsten vier Monate und das Jahr 2021 zu stellen.

... und am 8. Oktober in Greifswald auch Gerold Jürgens, Vorstandsmitglied des WWZ-BD, und Präsident des Unternehmerverbandes Vorpommern. (2.v.r.)

Dabei waren sich die Teilnehmer einig, der seit vielen Jahren erfolgreich geförderte Technologietransfer auf dem Gebiet Biogas / Biomethan bleibt weiterhin ein inhaltlicher Schwerpunkt der Arbeit. Er wird in nächster Zeit noch mit dem Thema Kraft-Wärme- bzw. Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung ergänzt. Die traditionell engen Beziehungen zu Landwirtschaft und Tierzucht finden mit einem Projekt zur Tiergesundheit ihre Fortsetzung. Darüber hinaus unterstützt das WWZ-BD bilaterale Gespräche über eine Zusammenarbeit im Bereich Sicherheit bei der Datenübertragung. Unternehmerreisen sowie weitere Delegationsreisen sind ebenfalls wieder geplant.

Stabile Grundlage für die neuen Akzentsetzungen sind die erfolgreich realisierten Vorhaben der vergangenen Jahre: Mit dem Bau und Betrieb der ersten Pilotanlage für die Biogasgewinnung auf Basis deutscher Umwelttechnologie in Pomerode (Santa Catarina) - Ergebnis eines geförderten Projekts der KfW / DEG - wurden Voraussetzungen für einen nachhaltigen Know-how-Transfer geschaffen, von dem wesentlich auch deutsche Mittelständler profitieren. Einen deutlichen Schub erhielt die Gewinnung von Biogas und Biomethan durch die Zertifizierung neuer Substrate. Hier zahlte sich die enge Zusammenarbeit des WWZ-BD mit der nationalen Regulierungsbehörde ANP und weiteren brasilianischen Partnern aus. In diesen Kontext gehört auch die erste deutsch-brasilianische Kooperation bei der Ausbildung von Biogas-Experten, zu deren Erfolg das WWZ-BD beigetragen hat.

Seine Erfahrungen bei der erfolgreichen Realisierung solcher Projekte wird das WWZ-BD bei den Deutsch-Brasilianischen Wirtschaftstagen 2021 einbringen. Dabei kommt den Sitzungen der Deutsch-Brasilianischen Gemischten Kommission und der gemeinsamen Initiative für Zusammenarbeit in Agribusiness und Innovation besondere Bedeutung zu. Nach der Corona bedingten Absage der Wirtschaftstage 2020 findet dieses bedeutende Treffen im nächsten Jahr wieder in Brasilien statt.

Im kommenden Jahr wird das WWZ-BD sein umfangreiches Netzwerk weiter pflegen und ausbauen. Zu den langjährigen Partnern zählen mehrere Bundesministerien in Brasília, der nationale Industrieverband CNI sowie seine Gliederungen in den Bundesstaaten, Bundes- und Landesvertretungen des Ausbildungsdienstes für die Industrie SENAI, die nationale Regulierungsbehörde für Erdöl, Erdgas und Biokraftstoffe ANP, das Internationale Zentrum für Biogas CIBIOGÁS, große Forschungseinrichtungen wie CERTI in Florianópolis sowie zahlreiche Universitäten. Gute Kontakte gibt es zu Politik und Wirtschaft in Bundesstaaten wie São Paulo, Rio de Janeiro, Paraná, Santa Catarina und Rio Grande do Sul. Seit seiner Gründung pflegt das WWZ-BD eine enge Zusammenarbeit mit den Vertretungen der Deutsch-Brasilianischen Industrie- und Handelskammer.

Obwohl der thematische Fokus der Arbeit des Vereins weiterhin auf der Förderung der Wirtschafts- und Wissenschaftsbeziehungen zwischen beiden Ländern liegt, wird er sich auch künftig auf kulturellem Gebiet engagieren. So beteiligt sich das WWZ-BD unter anderem an den Vorbereitungen zum 200. Geburtstag des Biologen Fritz Müller, der in Brasilien wirkte und einen intensiven Briefwechsel mit seinem bedeutenden Kollegen Charles Darwin pflegte.

Zu Beginn des Meetings hatten die Teilnehmer ihres Vorstandsmitgliedes Gerd Medger gedacht. Der Mitgründer des WWZ-BD war vor kurzem im Alter von 72 Jahren in Dresden verstorben

Deutsch-Brasilianische Wirtschaftstage für 2020 abgesagt - Nächstes Treffen 2021 in Brasilien

Die für den 26. bis 28. August in München geplanten 38. Deutsch-Brasilianischen Wirtschaftstage sind abgesagt. Das hat der Bundesverband der deutschen Industrie (BDI) in Berlin mitgeteilt, der das bedeutendste Wirtschaftstreffen beider Länder gemeinsam mit dem brasilianischen Partnerverband CNI veranstaltet. Begründet wurde die Absage mit „der aktuellen Entwicklung der Corona-Pandemie, den Maßgaben zur Einschränkung der weiteren Ausbreitung des Virus sowie auch den aktuellen Reiseeinschränkungen zwischen Deutschland und Brasilien“. Der BDI kündigte zugleich an, dass die nächsten Deutsch-Brasilianischen Wirtschaftstage im kommenden Jahr in Brasilien stattfinden werden.

Das Wirtschafts- und WissenschaftsZentrum Brasilien-Deutschland nimmt seit rund 20 Jahren an diesem wichtigen Treffen teil und gestaltet es in Gremien wie der Deutsch-Brasilianische Initiative für Agribusiness und Innovation sowie der Gemischten Wirtschaftskommission aktiv mit. Über die Vorbereitungen für die nächsten Wirtschaftstage halten wir Sie selbstverständlich auf dem Laufenden.

UTCAL Webinars - FOC 

Transferência de tecnologia de monitoramento para redes de fibra ótica – CEO Christian Kutza e Adv. Hans-Dieter Beuthan

Technologietransfer auf dem Gebiet des Monitorings von Glasfasernetzen – CEO Christian Kutza und RA Hans-Dieter Beuthan 

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Brasilien testet fünf Impfstoffe gegen Coronavirus

Verhandlungen über Technologietransfer mit Großbritannien und Russland - Produktionsstart von Impfstoff für Dezember 2020 geplant

Von den sieben weltweit am weitesten in der Entwicklung fortgeschrittenen Impfstoffen gegen Covid-19 werden derzeit fünf in Brasilien getestet. Die brasilianische Nationale Behörde für Gesundheitsüberwachung Anvisa (Agência Nacional de Vigilância Sanitária) gab am 18. August die Genehmigung für Tests der dritten Stufe des Antigens „Ad26.COV2.S“ bekannt, das vom belgischen Pharmaunternehmen Janssen Pharmaceuticals der Johnson & Johnson-Gruppe entwickelt wurde. An den Tests nehmen 7.000 Freiwillige über 18 Jahre in sieben brasilianischen Bundesstaaten teil.

Am 12. August hatte der Bundesstaat Paraná mit Russland ein Abkommen geschlossen, um bei der Entwicklung von Tests auf Covid-19 und bei der Produktion eines Impfstoffs zusammenarbeiten. Brasilianischen Medien zufolge, solle auch über einen Technologie-Transfer mit Russland verhandelt werden. Damit der russische Corona-Impfstoff „Sputnik V“ angewendet werden kann, muss die Impfung – wie vorherige Tests in der Bevölkerung – den Vorschriften der brasilianischen Überwachungsbehörde Anvisa entsprechen.

Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) befinden sich derzeit sechs Impfstoffe gegen Covid-19 in Phase 3 der Tests am Menschen, dem letzten Schritt vor der Zulassung. Als den „fortschrittlichsten“ bezeichnet die WHO den Impfstoff der Universität Oxford und von AstraZeneca Life Science (Vereinigtes Königreich). Er wird derzeit an 5.000 Freiwilligen in São Paulo, Rio de Janeiro und Salvador getestet.

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Auch in Zeiten von Corona: WWZ-BD Ansprechpartner für Brasilien

Ein Virus geht um die Welt. Neben China, den USA, Italien und Spanien leiden auch viele Menschen in Deutschland und Brasilien unter dem Coronavirus. Stand 29. März 2020 gab es in Brasilien bereits 4.000 Infizierte und 114 Todesopfer – Tendenz steigend. Bezogen auf die Anzahl der Infektionen sind die Bundesstaaten São Paulo und Rio de Janeiro am stärksten betroffen.

Die AHK São Paulo schätzt ein, dass die Pandemie bedeutende Auswirkungen auf die brasilianische Wirtschaft haben wird, auch wenn derzeit noch unklar ist, wie schwerwiegend diese tatsächlich sein werden. Aktuelle Informationen auf https://www.ahkbrasilien.com.br/de/

Die durch das Coronavirus hervorgerufene Situation geht auch an der Arbeit des Wirtschafts- und WissenschaftsZentrums Brasilien-Deutschland (WWZ-BD) nicht spurlos vorbei. So mussten wir zwei lange geplante und bereits detailliert durch uns vorbereitete Geschäftsreisen mit Unternehmern nach Brasilien kurzfristig absagen. Wie viele unserer brasilianischen Partner ist das WWZ-BD zum Home Office übergegangen.

Doch auch unter erschwerten Bedingungen stehen wir mit unseren Partnern über E-Mail, Telefon oder Skype in regelmäßigem Kontakt. Nach anfänglichen Anlaufschwierigkeiten können wir sagen, dass sich beide Seiten gut an die neue Situation angepasst haben und sich unser – über viele Jahre erfolgreich aufgebautes Netzwerk – gerade auch in der Krise bewährt.

Für unsere Vereinsmitglieder und Kooperationspartner in Deutschland sind wir ebenfalls weiter ansprechbar, informieren über die aktuelle Situation in Brasilien und stellen das in mehr als 20 Jahren erworbene Know-how zu den bilateralen wirtschaftlichen und politischen Beziehungen weiter zur Verfügung.

Wir versichern, dass das WWZ-BD – sobald es die gesundheitliche und wirtschaftliche Situation in beiden Ländern ermöglicht – seine Aktivitäten zum Wohle der deutsch-brasilianischen Beziehungen schnell wieder „hochfahren“ wird. Die Grundlagen schaffen wir bereits jetzt dafür.

Wir wünschen Ihnen erst einmal viel Kraft für die nächsten Tage und Wochen. Bleiben Sie gesund!

Rechtsanwalt Hans-Dieter Beuthan

Geschäftsführender Vizepräsident
Wirtschafts- und WissenschaftsZentrum
Brasilien-Deutschland e.V. 

 

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Wir sind mit Büros vertreten in Berlin und Santa Catarina