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Miteinander statt übereinander reden

Ein Rückblick auf die 37. Deutsch-Brasilianischen Wirtschaftstage in Natal (Rio Grande do Norte) von Dieter Garlik, erschienen in eTópicos 2/2019. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Deutsch-Brasilianischen Gesellschaft e.V.

Zu eTópicos

Südbrasilien: Parlament von Santa Catarina ehrt WWZ-Präsidentin

Das Parlament des südbrasilianischen Bundesstaates Santa Catarina hat die Präsidentin des Wirtschafts- und WissenschaftsZentrums Brasilien-Deutschland e.V. (WWZ-BD), Frau Jutta Blumenau-Niesel, für ihre Verdienste um die Beziehungen zwischen beiden Ländern geehrt. Eine entsprechende Urkunde war auf einer Sondersitzung des Parlaments am 2. September 2019 in Blumenau an den Geschäftsführenden Vizepräsidenten des WWZ-BD, Rechtsanwalt Hans-Dieter Beuthan, übergeben worden. Anlass der Festsitzung des Parlaments war der 200. Geburtstag des Gründers der heute 350.000 Einwohner zählenden Großstadt, Dr. Hermann Bruno Otto Blumenau. WWZ-Präsidentin Jutta Blumenau-Niesel ist seine Urenkelin.

Hans-Dieter Beuthan hatte vor den Abgeordneten sowie weiteren Persönlichkeiten des Landes Santa Catarina und der Stadt Blumenau auf die historisch engen Bindungen zwischen Deutschland und Brasilien verwiesen. Der Gründermut von Dr. Blumenau sei auch für das WWZ-BD Ansporn und Inspiration, betonte er. Im Verlaufe der vergangenen 20 Jahre habe der Verein einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der bilateralen Beziehungen geleistet – in Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Sport. Aktuell gehört zu den Schwerpunkten des Vereins die Förderung des Technologietransfers, insbesondere auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien.

Die Urkunde des Parlaments von Santa Catarina wurde inzwischen am Sitz des WWZ-BD in Berlin an Frau Jutta-Blumenau-Niesel überreicht.

Kopplung von Kraft, Wärme und Kälte:
WWZ-BD Ansprechpartner für Kooperationen mit Brasilien

Ein Jahrzehnt Erfahrungen bei Projektentwicklung und Technologietransfer im Bereich Biogas

Die Deutsch-Brasilianische Industrie- und Handelskammer (AHK) hatte am 15. Oktober 2019 zu einer Konferenz über Biogas, Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) und Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung (KWKK) nach São Paulo eingeladen. Daran nahmen rund 200 deutsche und brasilianische Experten teil, die Lösungen und Technologien für die Umwandlung von Gülle, Zuckerrohrbagasse und anderen landwirtschaftlichen und industriellen Abfällen in Biogas vorstellten.

Nach den Worten von Ricardo Castanho, Direktor für Internationalisierung und Geschäftsentwicklung der AHK, solle mit dieser Konferenz eine Plattform für den Austausch von Erfahrungen, Inhalten und Kontakten geschaffen werden. Dieses Projekt sei mit der vollen Unterstützung der Exportinitiative Energie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) zur Förderung der Zusammenarbeit zwischen Brasilien und Deutschland ins Leben gerufen worden.

Für Unternehmen, die die ersten Schritte zur Erzeugung von Biogas unternehmen möchten, bietet das Wirtschafts- und WissenschaftsZentrum Brasilien-Deutschland e. V. die notwendige Unterstützung von der Konzeptionsphase bis zum direkten Einsatz. Rechtsanwalt Hans-Dieter Beuthan, Geschäftsführender Vizepräsident des WWZ-BD, stellte die vom Zentrum angebotenen Dienstleistungen wie Marktforschung und Pilotprojektentwicklung für den Einsatz deutscher Technologie vor. „Unsere Aufgabe ist es, sowohl die Bedingungen für die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen in Brasilien und Deutschland zu analysieren, als auch diese Zusammenarbeit zu begleiten. Der Import allein von Technologien nach Brasilien reicht nicht. Damit das Projekt erfolgreich ist, muss es ‚tropikalisiert‘, also an die brasilianische Realität angepasst werden “, sagte Beuthan.

Zu den Redner der Konferenz gehörten unter anderem Vertreter des brasilianischen Biogasverbandes ABiogás, von brasilianischen und deutschen Unternehmen sowie von der Renewables Academy Berlin (RENAC).

Zum Abschluss der Konferenz stellte Dr. Rodrigo Pastl, Digitalisierungs- und Qualitätsmanager von CIBiogás, erfolgreiche Beispiele für die Erzeugung und Kraft-Wärme-Kopplung von Biogas vor und informierte, welche Auswirkungen Biogasanlagen auf die Rentabilität von Unternehmen haben. Eines der genannten Beispiele ist die Granja São Pedro Colombari in Paraná mit 5.000 Schweinen und einer Investition von 450.000 Reais für die Installation einer Stromerzeugungsanlage.

Seit Anfang 2019 arbeiten CIBiogás und WWZ-BD auf der Basis eines Kooperationsvertrages zusammen.

Quelle: BrasilAlemanhaNews

Freihandelsabkommen zwischen Mercosul und Europäischer Union vereinbart

Nach fast 20-jähriger Verhandlungsdauer haben sich die Europäische Union mit ihren 28 Mitgliedsstaaten und der südamerikanische Wirtschaftsblock Mercosul, bestehend aus Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay, auf ein Freihandelsabkommen von historischer Reichweite verständigt. In Zeiten von Spannungen und Unsicherheiten im internationalen Handel verdeutlicht der erfolgreiche Abschluss der Verhandlungen nach Einschätzung der AHK São Paulo das Engagement beider Blöcke für eine wirtschaftliche Öffnung, die Stärkung der Wettbewerbsbedingungen und die Achtung internationaler Handelsvorschriften.

Mercosul und die EU stellen zusammen mit 780 Millionen Einwohnern circa 25 Prozent des Welt-Bruttoinlandsprodukts. Allein auf brasilianischer Seite wird ein Wirtschaftswachstum von bis zu 125 Milliarden US-Dollar als Resultat der Reduzierung tarifärer und nicht-tarifärer Handelsbarrieren erwartet. Das Abkommen stellt einen wichtigen Schritt dar für die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit Brasiliens und soll darüber hinaus wichtige Wirtschaftsreformen und Modernisierungen in den Mercosul-Ländern verankern.

(Quelle: AHK São Paulo)

 

Wirtschaftstreffen in Nordbrasilien

WWZ-BD nimmt an Deutsch-Brasilianischen Wirtschaftstagen 2019 in Natal teil

In den bilateralen Beziehungen beider Länder haben sich die Deutsch-Brasilianischen Wirtschaftstage zur wichtigsten Wirtschaftskonferenz entwickelt. Sie wird seit über 30 Jahren vom BDI und seinem brasilianischen Partnerverband CNI jährlich alternierend in Deutschland und Brasilien organisiert und von den Präsidenten der beiden industriellen Spitzenverbände geleitet.

Auf dem Programm der diesjährigen Wirtschaftstage vom 15. bis 17. September 2019 in Natal (Rio Grande do Norte) stehen handels- und wirtschaftspolitische Neuerungen – allen voran die aktuellen Entwicklungen rund um das EU-Mercosur-Freihandelsabkommen. Nach 20jähriger Verhandlungszeit erzielten die beteiligten Länder Ende Juni eine politische Einigung. Auch in den Panels zu Agribusiness 4.0, Infrastruktur und Energie, Digitalisierung/Industrie 4.0 sowie Gesundheitswirtschaft und berufliche Bildung geht es darum, die Chancen und Herausforderungen in der Zusammenarbeit deutlich zu machen und daraus Empfehlungen abzuleiten.

Das Wirtschafts- und WissenschaftsZentrum Brasilien-Deutschland (WWZ-BD) e.V. nimmt auch in diesem Jahr bei dem bedeutenden Wirtschaftstreffen teil. Rechtsanwalt Hans-Dieter Beuthan, Geschäftsführender Vizepräsident des WWZ-BD, und Vorstandsmitglied Wolfgang Wagner werden in verschiedenen Gremien mitwirken, darunter in den Sitzungen der „Initiative für Zusammenarbeit in Agribusiness und Innovation" und der Deutsch-Brasilianischen Gemischten Kommission für wirtschaftliche Zusammenarbeit.


Konferenzzentrum in Natal (Foto: FIERN)

Das Potenzial für die Zusammenarbeit mit Brasilien ist und bleibt groß. Das Land hat mit einem breiten Industriespektrum, einer stark gewachsenen Mittelschicht und seinem Rohstoffreichtum viel zu bieten. Die deutsche Wirtschaft kann Brasilien mit innovativen und hochwertigen Technologien unterstützen, dies stärker zum Vorteil zu nutzen. Die Möglichkeiten für eine verstärkte Zusammenarbeit in den Bereichen Umwelt, Klimaschutz und Energie sind enorm.

CIBiogás und WWZ-BD: Neue Qualität der Zusammenarbeit

Eine Absichtserklärung über die wissenschaftliche und technologische Kooperation zwischen dem Internationalen Zentrum für Erneuerbare Energien – Biogas (CIBiogás) und dem Wirtschafts- und WissenschaftsZentrum Brasilien-Deutschland e.V. (WWZ-BD) ist am 20. Februar 2019 in Foz de Iguaçu (Bundesstaat Paraná) unterzeichnet worden. Die Zusammenarbeit umfasst die Bereiche Unternehmen, Ausbildung, Wissenschaft und Technologie. Unterzeichnet wurde die Vereinbarung von Rodrigo Regis de Almeida Galvão, Direktor-Präsident von CIBiogás, und von Rechtsanwalt Hans-Dieter Beuthan, Geschäftsführender Vizepräsident des WWZ-BD.

„Diese Vereinbarung zu Projektentwicklung und Technologietransfer bei Biogas und angrenzenden Bereichen ist die erste ihrer Art in den deutsch-brasilianischen Wirtschaftsbeziehungen“, erklärte Hans-Dieter Beuthan in Foz de Iguaçu. „WWZ-BD und CIBiogás werden in beiden Ländern künftig partnerschaftlich und abgestimmt agieren.“

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